Frust über Politik…


… und was unsere Gesellschaft so wertvoll macht.

Der Beitrag Frust über Politik: Schluss mit dem Streichelzoo von Claudia Langer war wie so oft eine Labsal in einer – wie es Georg Schramm zu sagen pflegt – »…Zeit der geistigen Dürre und intellektuellen Ödnis….«.

JA, dieses Land braucht eine Revolution und wir müssen uns von unserer Politikverdrossenheit befreien und den Drahtziehern der Macht trotz Massenschutzwaffen und intelligenten Wirkmitteln die Stirn bieten!

Doch bleiben wir realistisch. Auch mit einer Wahlbeteiligung von 100%, wobei es in Deutschland keine Mindestbeteiligung für die wichtigste Wahl gibt, und dem Tautropfen eines Regierungswechsels – schlimmer als mit den Abteilungsleitern Merkel, Rösler und Westerwelle, samt ihren Handlangern Altmaier, Merk und weiteren Komplizen, kann es wirklich nicht mehr kommen – werden die Bundestagswahlen das Schicksal der deutschen und europäischen Bürger nicht ändern (s. dazu auch meinen Beitrag »Vom Nichtwähler und der Macht der „Weichenstellung“«).

Dazu bedarf es eines gewaltigen Sturmes, wie er 1989 durch die Stimmen unserer ostdeutschen Mitbürger übers Land fegte. So ein Sturm schlägt das Land aber nicht von einem Moment auf den anderen, er kündigt sich oft mit leichtem sich steigerndem Wind an, dann aber nach einem kurzen Moment der absoluten Stille bricht er unaufhaltsam los, um in allen Straßen den für die herrschende Kaste markerschütternden Ruf

»WIR SIND DAS VOLK!«

laut zu verkünden und die Machthabenden davonzujagen!

Vor dem SturmIn welcher Phase der Sturmentwicklung befindet sich unser Land gegenwärtig?

Wie weit haben sich die Wolken der Unzufriedenheit, der Verzweiflung und des Zorns bereits verdichtet? Die von Subalternität halbwegs befreiten, bzw. davon noch nicht oder nie befallenen Menschen in Deutschland erleben ihr ganz eigenes Armageddon, wenn sie über ihr jetziges und vergangenes Leben in der Gesellschaft, sowie über die politischen Geschehnisse in ihrem Land und ganz besonders in Europa nachdenken.

Angesichts immer neuer Hiobsbotschaften aus Brüssel und den desaströsen Arbeitsergebnissen der politisch verantwortlichen Akteure, zeichnet das Erlebte gegenüber der Fiktion einer Matrix, in der die Realität verschleiert und den Menschen eine künstliche Welt vorgegaukelt wird, beängstigende Parallelen auf.

Ist es wirklich die Ohnmacht der Politiker, weswegen z. B. eine Energiewende in Deutschland nicht zustande gebracht wird und die Bürger im wahrsten Sinne des Wortes verkohlt werden?

Wir kommen zu Recht auf Begriffe wie Monetokratie, Ökonokratie oder Danistakratie weil sich die Kluft zwischen unserem gesunden Menschenverstand und unserem Rechts- und Wertempfinden gegenüber den uns täglich entgegengebrachten Lügen der sogenannten Politiker immer weiter öffnet. Hohle Phrasen wie »Das subjektive Rechtsempfinden des Bürgertums wird der Rechtsprechung des Staates immer kontrovers gegenüberstehen« oder »Eine etwaige Übergabedividende muss unter dem Aspekt einer Reinvestierung in noch nicht befriedete Regionen gesehen werden.«, vergehen – wie es Georg Schramm formuliert – immer öfters im »Brackwasser der Beliebigkeit« weil die Menschen diesem Quatsch nicht mehr zuhören, sondern Fragen stellen und qualifizierte Antworten erwarten.

Trotz aller Bemühungen der Auftraggeber gedungener Lobbyisten, welche die Fäden der politischen Marionetten im Berliner und Brüsseler Puppentheater ziehen, ist es ihnen immer noch nicht gelungen die einzelnen Individuen der zu domestizierenden Gesellschaft in Europa gänzlich in verängstigte, eingeschüchterte, und zu Zeiten kanzler’scher „Alternativlosigkeit“, in konsumierende, subalterne Zombies zu verwandeln.

Trotz all ihrer vielfältigen Manipulationen in den öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkanstalten – Georg Schramm spricht meines Erachtens nach zu Recht von den »öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten in denen die Leergut plappernden Politiker die Notdurft ihrer angeschwollenen Sprechblasen verrichten…«, sowie in den nach gerichteten Veröffentlichungen der noch verbliebenen seriösen Zeitungen, erkennt ein immer größer werdender Teil der Gesellschaft ihre Machenschaften weil der Zugang zu echtem und meist in akribischer Kleinarbeit geleistetem Journalismus nicht in Gänze unterdrückt werden kann.

Und auch die von ihnen praktizierte problemflankierende Spachentwicklungsanästhesie verliert immer öfters an Wirkung, weil die Menschen nachdenken und nicht mehr sagen »…versteh‘ ich nich‘, bin ich zu blöd für…«

Die sich noch in Sicherheit wiegenden Drahtzieher wie z. B. J.-C. Juncker, der in einem seiner Interviews den europäischen Steuerzahler zu einem nichts verstehenden Individuum degradiert, indem er erklärte, dass dieser »…gar nicht begreift, was wir hier beschlossen haben und nach einiger Zeit des Abwartens, wenn kein Geschrei ertönt und niemand protestiert, ein Schritt nach dem anderen gemacht wird, solange bis es letztendlich kein Zurück mehr gibt…«, sollten ihre plumpen Strategien überdenken, denn sie wären, wie im Jahre 1793 in Frankreich geschehen, nicht die ersten die von einem zornigen, weil betrogenen Volk kritisiert wurden.

Natürlich gebiert unsere Zeit auch geistige Brandstifter wie Harald Welzer zu dessen geistigem Müll T. Marloth bereits trefflich Stellung bezogen hat, welche ich durch den Untertitel meines Blogs nur unterstreichen kann.

Auch erkennen wir als gewerkschaftlich engagierte Querdenker die »Zeichen triumphalen Unheils« in den Aussagen von Gewerkschaftsbossen wie z. B. B. Huber, 1. Vorsitzender der IG-Metall und seinem Ökonomiedilettanten J. Wechsler, Bezirksleiter der IG-Metall Bayern. Liest Huber in der Pressekonferenz zum Tarifergebnis 2013 im Niedriglohnland Deutschland, welches sich „alternativlos“ schon seit Jahren den neoliberalen Lohndumpinggesetzen unterworfen hat und damit die Vereinbarungen des 1947 begründeten G.A.T.T mit Füßen tritt, von einem »…fairen und angemessenen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg…«, so spricht Wechsler, ebenfalls seinen Blick von dem ihm vorliegenden Papier kaum abwendend, von der »…historischen Dimension des Tarifabschlusses…« und blubbert dann in einer Veranstaltung der IG-Metall mit dem hochtrabenden Namen „Politik umgestalten“ auch noch in seiner ökonomischen Armut vom „Exportweltmeister Deutschland“ ohne im geringsten die wahren ökonomischen Zusammenhänge dieser angeblichen „Weltmeisterschaft“ je hinterfragt zu haben. Hätte er wenigstens die Veröffentlichungen von Dr. J. Jahnke gelesen, wäre ihm, trotz seines offensichtlich sehr eingeschränkten Ökonomieverstandes, vielleicht doch aufgefallen, dass diese immer wieder verkündete „Weltmeisterschaft“ nur eine weitere hohle Phrase neoliberaler Drahtzieher ist.

Klagen sie heute heuchlerisch über prekäre Arbeitsverhältnisse und Missbrauch der Leiharbeit, haben sie doch nichts getan, als die rot-grüne Koalition mit ihrem Geschäftsführer G. Schröder das AÜG demontierte und den Arbeitnehmer auf Gedeih und Verderb den wie Pilze aus dem Boden schießenden christlichen Gewerkschaften auslieferte, welche ihre neuen Sklaven sogleich den Unternehmern zu Dumpingpreisen anbiederten, um selbst reichlich abzuschöpfen.

Doch auch sie, die „solidarisch im Namen der Kolleginnen und Kollegen“ ihre Lügen verbreiten, sollen sich in acht nehmen. Aus dem ehemaligen Lumpenproletariat, das lange genug an der Nase herumgeführt wurde, ist ein nachdenkendes und hinterfragendes Proletariat geworden, welches immer lauter NEIN sagt und deren Fragen die Gewerkschaftsbosse nicht mehr beantworten können.

Der Wind der Revolution weht also bereits und es gibt auch schon Konzepte, die einen möglichen Weg in eine bessere und nachhaltigere Zukunft beschreiben. Dazu hat  z. B. Ignatus Wobbel in seinem Buch »Kapitalismus verstehen und Abschaffen – Räterepublik statt Ausbeutung und Entfremdung im globalen Arbeitslager« ein Gesellschaftsmodell skizziert, dass – wenn auch utopisch anmutend – zumindest eine diskussionswürdige Möglichkeit für eine bessere Zukunft darstellt.

Der teils sehr umstrittene Andreas Popp hat zusammen mit Rico Albrecht, Prof. Bernd Senf u.a. in der Wissensmanufaktur den Plan-B veröffentlicht. Ihre Publikationen decken vieles von dem auf »was wir nicht wissen sollen, aber unbedingt wissen sollten«. Viele meiner Zeitgenossen stellen Herrn Popp in die rechte Ecke, unterstellen ihm ein Scientologe zu sein und mit Plan-B den Kommunismus einführen zu wollen u.v.m. Von den gleichen „aufgeklärten“ Geistern, wird auch Prof. Dr. jur. K. A. Schachtschneider als Verschwörungstheoretiker abgetan und Karl Marx als geistiger Brandstifter hingestellt, wobei die meisten dieser „Kritiker“ weder Res publica res populi noch Das Kapital gelesen haben.

Viele der vorgebrachten Argumente mögen vielleicht auch richtig sein, aber selbst wenn es so wäre, muss ich als hinterfragendes Individuum doch nicht zu allem Ja und Amen sagen. Gerade das macht uns doch zu einer so, im wahrsten Sinn des Wortes, wert vollen Gesellschaft, die nicht einfach nur blind akzeptiert was ihr gepredigt wird – das geschieht an anderen Orten schon seit Jahrhunderten mit kaum zu übertreffendem Erfolg – , sondern darüber nachdenkt, die Informationen verarbeitet, recherchiert, vergleicht, abwägt und erst dann zu einem eigenen Entschluss, zu einer eigenen Meinung kommt, oder?

Ein Gedanke zu „Frust über Politik…

Was meinst Du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s